FKT-Online-Seminar: Betriebliches Abfallmanagement

Abfallbewirtschaftung lohnt sich – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel. Die komplexe Aufgabe erfordert in erste Linie Transparenz und steht und fällt mit geeigneten, eindeutig gekennzeichneten Sammelsystemen.

Abfallmanagement sei darüber hinaus ein Schulungs- und Motivationsthema, erklärte Christoph Schüring beim FKT-Online-Seminar „Abfallmanagement - typische Fehler und wie Sie es besser machen“. Anhand von Preistabellen für die Entsorgung unterschiedlichster Wertstoffe und Restmüllchargen erörterte der Geschäftsführer der Effizienzbörse, was für einen enormen Unterschied allein die richtige Zuordnung macht: Ob beispielsweise alte Dokumente als Papier oder Akten im Müll landen, ob der verschmutzte OP-Kittel im Trockenmüll oder als infektiöser Abfall entsorgt wird, … Natürlich müsse man dabei rechtlich compliant, aber nicht überzogen sicher vorgehen, erklärte der Entsorgungsexperte. Regelmäßige Unterweisungen der Mitarbeiter zur korrekten Entsorgung der zahlreichen in einem Krankenhaus anfallenden Materialien schlagen sich damit unmittelbar und deutlich in gesunkenen Entsorgungskosten nieder.

Transparenz und klare Prozesse sind die Grundlage

Grundlage eines optimierten Entsorgungsmanagements seien Überblick über die anfallenden Abfälle und klare Prozesse für deren Entsorgung. Dazu gehört nicht zuletzt ein geeignetes Behältersystem, das den Mitarbeitenden die Auswahl des richtigen „Töpfchens“ möglichst einfach macht. Da die Behälter Geld kosten und ihrerseits wiederum die Abfallmengen erhöhen, gelte hier wie in der gesamten Materialwirtschaft der Grundsatz, so wenig wie möglich, aber so viel wie erforderlich. Dieser wichtige Hebel der Müllvermeidung erfordert ebenfalls Transparenz – zum Beispiel darüber – wie viele und welche Speisen täglich, im Müll landen. Nur so könne man entsprechend nachbessern und zum Beispiel auch ermitteln, ob Ketchup in Flaschen weniger Abfall erzeugt oder im Portionsbeutel, ob man Quark günstiger im Eimer oder im Becher beschafft, …

Abfall ist eine Ressource

Diese Beispiele zeigen: Beschaffung und Abfallmanagement sind untrennbar miteinander verbunden. Dass im Krankenhaus viel zu viele Einmalprodukte zum Einsatz kommen, sei ein großes Problem, das mit Hilfe der Industrie gelöst werden sollte, forderte Markus Loh, ebenfalls Berater in der Effizienzbörse. Jedes Jahr fallen derzeit weltweit 450 Millionen Tonnen Plastikmüll fallen an. Nur neun Prozent davon werden aktuell recycelt, 79 Millionen Tonnen landen in der Umwelt, der Rest werde meist mehr schlecht als recht entsorgt. Basis für die Wiederverwertung von Plastik ist die Sortenreinheit der Komponenten. PET-Flaschen sind dafür ein gutes Beispiel. Auch hier müsse die Industrie – im Idealfall auf Druck der Verbraucher – nachbessern, sagt Loh. Bleibt zu hoffen, dass strengere Vorgaben wie die neue Verpackungsverordnung dazu beitragen, aus Abfall Wertstoffe zu machen. Denn: „Abfall ist eine wichtige Ressource“, betont Loh.

Bereits jetzt lassen sich im Krankenhaus viele Abfälle zu Wertstoffen und damit zu Geld machen. Voraussetzung sei eine strukturierte Sammlung. Die Beauftragten für Hygiene, Arbeitssicherheit und Abfall sollten dabei im Idealfall eng zusammenarbeiten und besonderes Augenmerk auf die betrieblichen Sammelstellen legen, die in vielen Krankenhäusern eher Schmuddelecken als Wertstoffhöfe seien, riet Schüring.

Ein Thema für sich sei die Entsorgung von Batterien und Akkus. Hier fehle es vielfach an der nötigen Sicherheit und: 50 Prozent aller verbrauchten Batterien werden immer noch über den Hausmüll entsorgt.

Mit der nötigen Transparenz und einer effizienten Sammlung von Wertstoffen, könne man schließlich in die Vertragsverhandlung mit den Entsorgern einsteigen. Dieser weitere sehr entscheidende Ansatzpunkt für die Einsparung von Entsorgungskosten werde von vielen Klinikbetreibern nicht genutzt. Sie liefern sich damit einer der willkürlichen Preisgestaltung aus.

30 Prozent Entsorgungskosten konnten die Sana-Klinken durch eine kluge Abfallbewirtschaftung und Preisgestaltung mit Entsorgern einsparen. Schüring schätzt, dass dieses Potenzial in vielen Kliniken Deutschlands schlummert.

Maria Thalmayr

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Die Präsentation zum Webinar kann für Mitglieder unter fkt(at)fkt(dot)de angefordert werden.