FKT-Arbeitskreis „KRITIS im Gesundheitswesen“: Praxisnahe Handlungsempfehlungen erarbeiten
Parallel zur 7. Fachmesse Krankenhaus Technologie fand am 30. September 2026 das Auftaktgespräch des neuen FKT-Arbeitskreises „KRITIS im Gesundheitswesen“ statt. Ziel des Arbeitskreises ist es, Gesundheitseinrichtungen dabei zu unterstützen, die Anforderungen an Resilienz, Sicherheit und die Aufrechterhaltung kritischer Versorgungsprozesse praxisnah umzusetzen.
Dabei geht es bewusst nicht allein um die Frage, welche gesetzlichen, normativen oder technischen Anforderungen erfüllt werden müssen. Entscheidend ist vielmehr, wie sich daraus konkrete und umsetzbare Lösungen für den Klinikalltag entwickeln lassen. Aus diesem Grund ist der Arbeitskreis interdisziplinär aufgestellt. Fachleute aus den Bereichen Sicherheit, Technik und Organisation arbeiten gemeinsam mit Verantwortlichen aus Kliniken und Krankenhäusern. Unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen sollen so zusammengeführt werden, um Lösungen zu entwickeln, die fachlich fundiert und zugleich praktisch anwendbar sind.
Gerade im Krankenhaus sind zahlreiche Bereiche unmittelbar voneinander abhängig. Medizinische Versorgung, Technik, Energieversorgung, IT, Medizintechnik, Logistik, Personal und Sicherheitsorganisation greifen eng ineinander. Fällt eine kritische Funktion aus, können daraus Auswirkungen auf weitere Bereiche entstehen – bis hin zur Beeinträchtigung der Patientenversorgung. Der Arbeitskreis möchte das Thema KRITIS deshalb nicht isoliert betrachten, sondern aus Sicht des gesamten Krankenhausbetriebs und seiner gegenseitigen Abhängigkeiten.
Erster Schwerpunkt: Risikomanagement und Risikobewertung
Als erster fachlicher Schwerpunkt wurde beim Auftaktgespräch das Thema Risikomanagement und Risikobewertung festgelegt. In diesem Kontext soll unter anderem betrachtet werden:
- Welche Funktionen und Prozesse sind für den Krankenhausbetrieb besonders kritisch?
- Welche Gefährdungen und Ausfallszenarien können auftreten?
- Welche Auswirkungen hätte der Ausfall einer kritischen Funktion?
- Welche Abhängigkeiten bestehen zu anderen Bereichen?
- Welche Schutzmaßnahmen sind bereits vorhanden?
- Welche zusätzlichen organisatorischen, technischen oder personellen Maßnahmen können die Resilienz erhöhen?
Ein wesentliches Ziel ist es, aus diesen Fragestellungen konkrete und verständliche Hilfestellungen für die Praxis zu entwickeln. Geplant sind unter anderem Handlungsempfehlungen, Leitfäden, Checklisten und Bewertungsmethoden, die von Krankenhäusern unmittelbar genutzt werden können. Die Instrumente sollen bewusst so gestaltet werden, dass sie auch von Verantwortlichen angewendet werden können, die sich nicht täglich mit Risiko-, Sicherheits- oder Resilienzmanagement beschäftigen.
Das Auftaktgespräch hat zugleich deutlich gemacht, wie wichtig der Austausch zwischen den unterschiedlichen Fachrichtungen ist. Sicherheit und Resilienz im Krankenhaus sind keine Aufgaben einzelner Abteilungen. Technische Lösungen allein reichen ebenso wenig wie ausschließlich organisatorische Maßnahmen. Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenspiel aller relevanten Bereiche. Der Arbeitskreis möchte deshalb bewusst praxisorientiert arbeiten und Ergebnisse entwickeln, die Verantwortlichen in Krankenhäusern eine konkrete Orientierung für ihre tägliche Arbeit geben. Der Anspruch ist dabei klar: Nicht noch ein weiteres Dokument für den Schrank, sondern Hilfsmittel, mit denen Kliniken tatsächlich arbeiten können. Damit startet der Arbeitskreis mit einem gemeinsamen Ziel: KRITIS im Gesundheitswesen verständlicher, strukturierter und vor allem praxistauglicher zu machen.
Gerhard Link, Sicherheitsberater und Leiter des FKT-Projektes Sicherheit im Gesundheitswesen