Die Technik muss laufen: Amtsübergabe in der FKT
„Die Technik muss laufen, wie kriegen wir das gemeinsam gewuppt?“ Mit diesem eindringlichen Appell begrüßte ein neuer Klinikgeschäftsführer vor Jahren den langjährigen Technischen Leiter seines Hauses Christoph Franzen. Dieses Gesprächs-Opening stehe - so Franzen - für einen Spirit, der so mancher Klinik abhandengekommen scheint.
Im Kampf ums nackte Überleben sei das „Gemeinsam“ vielerorts auf der Strecke geblieben. Dabei gelte es doch gerade in dieser angespannten Situation mit vereinten Kräften und gebündelten Kompetenzen an der Zukunftsfähigkeit etablierter Kliniken zu arbeiten. Gespart werde aktuell vor allem an den vermeintlich patientenfernen Investitionen. Verkannt werde dabei, dass technische Infrastruktur alles andere als patientenfern ist: Alle brauchen Strom, Aufzüge, Heizung, im Sommer zunehmend Kühlung, Licht, medizinische Geräte, ansprechende Umgebungen, Sicherheit, Aufenthaltsqualität, …. „Solange alles halbwegs funktioniert, fließt das Geld woanders hin und der so notwendige infrastrukturelle Fortschritt bleibt auf der Strecke.“ Zum Ende hin unverkennbar ernüchtert blickt Franzen auf seine 26 Jahre als Technischer Leiter zurück.
Technischer Sachverstand wird zum Erfolgsfaktor
„Deutlich gestiegene Energiepreise, die zunehmende Bedeutung des Themas Resilienz, ein sich zuspitzender Fachkräftemangel, die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels sowie die angespannte geopolitische Situation verändern aktuell jedoch die Wahrnehmung und Bedeutung von Technik“, sagt Horst Träger. Nur mit Hilfe einer klugen technischen Performance werden wir diesen Herausforderungen begegnen können. Der langjährige Technische Leiter und Berater – zuletzt bei den Cellitinnen in Wuppertal - zeigt sich zuversichtlich: „Gute Technik ist Schlüsselfunktion für und Antwort auf viele Herausforderungen dieser Zeit. Technischer Sachverstand wird damit zum Erfolgs- und Qualitätsfaktor für die Gesundheitsbranche.“
All diese Aufgaben sowie nicht zuletzt die von Franzen angesprochenen berufsständischen Themen brauchen ein Forum für schnellen Informationsaustausch, ein Expertennetzwerk, das bei speziellen und komplexen Fragen unbürokratisch Wissen und Best Practice teilt, darüber hinaus auch mal als Kummerkasten fungiert und damit Rückhalt bietet. Seit seinem Eintritt in die Fachvereinigung Krankenhaustechnik habe ihn nicht nur die Schwarmintelligenz, sondern auch das unkomplizierte und mehr als kollegiale Miteinander in der Fachvereinigung Krankenhaustechnik abgeholt und fasziniert, resümiert der langjährige Technische und aktuell Leiter des Baumanagements der der FAC´T GmbH, Matthias Varson: „Als junger Technikverantwortlicher habe ich die vielen Fortbildungsveranstaltungen und das Aufgehoben sein in dieser Gemeinschaft überaus genossen.“ Und so stand auch für ihn irgendwann fest, dass er etwas zurückgeben und er sich einbringen möchte.
Viele 1000 Stunden im Ehrenamt
Gemeinsam haben Horst Träger, Matthias Vahrson und Christoph Franzen in den zurückliegenden Jahren nicht nur die technische Infrastruktur ihrer Krankenhäuser am Laufen gehalten und geprägt. Als Präsident, Vizepräsident und Schatzmeister der Fachvereinigung Krankenhaustechnik e.V. (FKT) haben sie darüber hinaus die Gemeinschaft der Technischen Leiter zusammengehalten, Wissen gesammelt und weitervermittelt, der Technik eine Stimme und ihren Kollegen eine Anlaufstelle gegeben, Raum für Austausch und Dialog geschaffen.
Träger war 14 Jahre lang Präsident, zuvor Schatzmeister und Regionalgruppenleiter in Schleswig-Holstein. Insgesamt war er damit 37 Jahre für seine Zunft im ehrenamtlichen Dauereinsatz. Vahrson war seit 2020 Vizepräsident, zuvor vier Jahre lang Beisitzer und in verschiedensten Gremien der FKT und Normenausschüssen aktiv. Franzen zeichnet seit 2015 für die gesunden Finanzen des größten deutschen Berufsverbandes für leitendes Technisches Personal im Gesundheitswesen verantwortlich.
Sie würden diesen immensen Einsatz - viele 1000 Stunden im Ehrenamt - jederzeit wieder aufbringen. „Was wir in diesen Ämtern an Gemeinsinn, Erkenntnissen, inspirierenden Begegnungen und technischem Fortschritt erlebt haben, möchten wir auf keinen Fall missen. Laufende Fortbildung und fachlicher Austausch sind heute mehr denn je Voraussetzung, um den anstehenden Technologiesprung zu meistern und Kliniken rechtlich sicher, auf dem aktuellen Stand der Technik, effizient, resilient und menschenzentriert zu betreiben.“ Und so blicken die scheidenden Vorstände der FKT mit Zuversicht in die Zukunft ihres Verbandes, den sie bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung in Gelsenkirchen vertrauensvoll in die Hände Ihrer Nachfolger legten. Lesen Sie dazu hier mehr.
Maria Thalmayr