Blackout-Vorsorge: Die Gesundheitsnotversorgung braucht mehr als nur eine Notstromversorgung

Viele Kliniken sind bisher nur unzureichend auf einen längeren Stromausfall vorbereitet: Die vorgeschriebenen Notstromaggregate sind nicht mit dem sprunghaft angestiegenen Verbrauch der für einen Klinikbetrieb unverzichtbaren Stromabnehmer mitgewachsen. Viele Geräte, ohne die ein Krankenhaus heute nicht mehr läuft, sind gar nicht an die Notstromversorgung angeschlossen.

Der internationale Blackout- und Krisenvorsorgeexperte Herbert Saurugg nennt dazu einige Beispiele: Heizungspumpen, Druckverstärker- oder Hebeanlagen für Wasser, ja selbst der Dunstabzüge in der Küche können heute systemrelevant sein. Denn: Wenn der Dunstabzug nicht läuft, lassen sich viele Herde nicht mehr anschalten. Ein zentrales, oft ungeklärtes Feld sieht Saurugg darüber hinaus in der Personalverfügbarkeit. Auch die kritische Phase unmittelbar nach dem Stromausfall bedürfe der Vorbereitung:  Medizingeräte, Anlagen und Systeme müssen wieder hochgefahren werden. Dabei ist mit umfangreichen Störungen zu rechnen. Selbst erfahrene Servicetechniker stoßen dann auf einen sehr hohen Gleichzeitigkeitsbedarf.

Saurugg empfiehlt: Spielen Sie die Krise im Vorfeld und damit ohne Stress mit interdisziplinären Teams gedanklich durch und treffen Sie die nötigen Vorkehrungen! Das Arbeiten in einem sehr reduzierten Technikumfeld will antizipiert und geübt sein. Vor allem junge Mitarbeitende brauchen Strategien, um ohne die üblichen Hilfsmittel und Tools zurecht zu kommen. 

Auf der 7. Fachmesse Krankenhaus Technologe mit Fachtagung Technik im Gesundheitswesen am 30.9. und 1.10 in Gelsenkirchen erörtern Saurugg und andere technische Vordenker und Praktiker, was Technik als zentraler Hebel für Qualität, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zu einem leistungsstarken Gesundheitswesen beitragen kann und muss. Informationen zum Programm finden Sie hier.