Stafetten-Wechsel im FKT-Vorstand: Im Ehrenamt wachsen
FKT-Präsident Horst Träger und Schatzmeister Christoph Franzen (von rechts) reichen im September den Staffelstab weiter, FKT-Vize Matthias Vahrson wir den "Neuen" mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gestalten Sie mit ihm die FKT-Zukunft!
Die Ämter des Präsidenten bzw. Schatzmeisters eines etablierten Berufsverbandes bedeuten weit mehr als unentgeltliche Arbeit und Engagement. Mit Blick auf ihr langjähriges Wirken in der Fachvereinigung Krankenhaustechnik e.V. (FKT) beschreiben Horst Träger und Christoph Franzen, warum und inwiefern Ehrenamt bereichert und immer wieder auch ganz besondere Moment beschert:
Das wichtigste vorweg: Man kommt in die Position, die eigenen Ideale voranzutreiben und Dinge zum Positiven zu verändert. Dieses Empowerment eröffnet unendliche Gestaltungsspielräume. Dazu ist man in ständigem Austausch mit interessanten Menschen und lernt unaufhaltsam Neues. Das erschließt - auch beruflich - neue Horizonte.
Welche Projekte oder auch Aufgaben und Rahmenbedingungen erlebten Sie in Ihrer Amtszeit als besonders herausfordernd?
Horst Träger: Die Verschmelzung der FKT mit der WGKT (Wissenschaftlichen Gesellschaft für Krankenhaustechnik e.V.) war in den zurückliegenden Jahren eine ebenso historische wie knifflige Aufgabe. Beide Vereine hatten eigene Traditionen, Werte und Arbeitsweisen. Diese Unterschiede haben während des Verschmelzungsprozesses zu Vorbehalten, Loyalitätskonflikten und Widerständen geführt. Unklarheiten über zukünftige Funktionen, Zuständigkeiten und Führungspositionen haben – völlig nachvollziehbar - Spannungen erzeugt, insbesondere bei langjährig Engagierten. Die Sorge, Einfluss, Traditionen oder Sichtbarkeit zu verlieren, war ein häufiger Konfliktpunkt. Umso glücklicher bin ich im Nachhinein, dass es uns gelungen ist, all diese Klippen mit viel Fingerspitzengefühl und Austausch zu umschiffen und der Technik durch die Fusion der Verbände eine gemeinsame, noch bedeutsamere Stimme zu verleihen.
Christoph Franzen: Besonders prägend war auch für mich die Zeit der Fusion der beiden Vereine. Über zwei Jahre dauerte es, bis man sich auf eine optimale Lösung für die Zukunft geeinigt hatte. Dabei war es entscheidend, möglichst alle Bedürfnisse zu berücksichtigen. Dieser Prozess steht für mich symbolisch für die Verbandsarbeit. Wo Menschen zusammenarbeiten, menschelt es. Jeden mit seinen speziellen Fähigkeiten, aber auch Empfindlichkeiten abzuholen und damit das Optimum für alle zu erreichen – nirgends kann man das besser lernen und üben als in der ehrenamtlichen Kooperation. Nutzen zieht daraus nicht nur der Verband und die Sache, für die er steht, sondern die Familie, das berufliche Umfeld und am allermeisten: Man selbst!
Welche Projekte waren für Sie besonders bereichernd?
Horst Träger: Viel gelernt und mitgenommen habe ich durch die Organisation der Fachmesse Krankenhaustechnologie mit Fachtagung Technik im Gesundheitswesen und die vielen Arbeitskreise, an denen ich mitwirkte. Besonders bereichernd war es für mich, immer wieder Neues zu erfahren und gemeinsam mit vielen interessanten Menschen zu arbeiten. Auf diese Weise sammelt man mit den Jahren nicht nur ein enormes Wissen, das natürlich auch beruflich weiterbringt. Die Mitarbeit in unterschiedlichsten Gremien ermöglicht darüber hinaus, persönlich zu wachsen.
Christoph Franzen: Die Aufgaben des Schatzmeisters unterscheiden sich natürlich deutlich von denen des technischen Leiters. In diese wirtschaftliche Materie hineinzuwachsen, eröffnete mir neue Sichtweisen und Fähigkeiten - nicht zuletzt auch für das Technikmanagement. Ähnliches gilt für die Organisation der Fachmesse und andere Veranstaltungen. Man wächst in neue Themengebiete und Fertigkeiten hinein, die einen immer auch persönlich voranbringen. Und nicht zuletzt sitzt man – zum Beispiel im Dialog mit unseren zahlreichen Fördermitgliedern - informativ immer an der Quelle.
Was hat Ihnen in Ihrer Amtszeit als FKT-Präsident besondere Freude bereitet, worauf sind Sie besonders stolz?
Horst Träger: Im Zuge der Corona-Pandemie stand die FKT vor der Herausforderung, Präsenzveranstaltungen kurzfristig abzusagen und alternative Formate zu entwickeln. In diesem Kontext wurden Webinare als digitale Lösung eingeführt und etabliert. Die Umstellung auf Webinare erfolgte in kurzer Zeit und erforderte sowohl technische als auch organisatorische Anpassungen. Trotz anfänglicher Unsicherheiten zeigte sich schnell eine hohe Akzeptanz des neuen Formats. Die Webinare ermöglichten eine kontinuierliche Wissensvermittlung unabhängig von Ort und Kontaktbeschränkungen. Insgesamt hat sich die Einführung von Webinaren als erfolgreicher und zukunftsweisender Schritt erwiesen. Sie sind ein fester Bestandteil unserer Fortbildungskultur geworden und ergänzen unsere klassischen Präsenzveranstaltungen in den Regionalgruppen sinnvoll. Rückblickend war das wohl einer der entscheidendsten Schritte in meiner Amtszeit.
Christoph Franzen: Dieses Beispiel zeigt: Die Zukunft stellt uns vor immer größere Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, „Mitmacher“ zu gewinnen, die sich mit Leidenschaft für die Sache einsetzen und die Interessen der FKT und der Krankenhaustechnik aktiv mitgestalten. Nur gemeinsam können wir dies erreichen, und dafür brauchen wir Menschen, die den roten Faden fest im Blick behalten und weiterspinnen
Was war Ansporn für Ihr Engagement, was hat Sie immer wieder aufs Neue beflügelt?
Horst Träger: Ansporn für mein langjähriges Engagement war unter anderem der Wunsch, die FKT auch unter oft schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu halten und immer einen echten Mehrwert für Kollegen und Mitglieder zu schaffen. Die Herausforderung, aber auch die Möglichkeit, immer wieder neue Wege zu gehen zu dürfen, hat mich besonders motiviert. Beflügelt hat mich all die Jahre das positive Feedback derer, die das umfassende Angebot der FKT als Bereicherung erlebten, sowie die Erfahrung, dass Veränderungen durch Offenheit, Teamarbeit und Eigeninitiative gelingen können. Die Möglichkeit, Krankenhaustechnik aktiv mitzugestalten und nachhaltig weiterzuentwickeln, war dabei eine zentrale Triebfeder. Und so danke ich allen Mitgliedern und den Kollegen aus dem Vorstand für Ihr Vertrauen und dafür, dass Sie mich machen ließen, was ich für gut und richtig hielt.
Christoph Franzen: Dazu kommt die gegenseitige Unterstützung im Verband. Die ist absolut selbstverständlich und hat für mich maßgeblich dazu beigetragen, die Aufgaben des Ehrenamts zu bewältigen. Diese Dimension der Partnerschaft und Kooperation in der FKT zu erleben, war und ist für mich ein großes Glück und half mir auch beruflich durch manche Stromschnelle. Ich wünsche mir sehr, dass auch kommende Technische Leiter diesen besonderen Rückhalt weiterhin erleben können, und bedanke mich ebenfalls für das mir entgegengebrachte Vertrauen und die inspirierende Zusammenarbeit im FKT-Vorstand.
Das Interview führte Maria Thamayr
Gestalten Sie Zukunft!
Bei der kommenden Jahreshauptversammlung der Fachvereinigung Krankenhaustechnik e.V. (FKT) am 30. September 2026 gilt es zwei bedeutende Ämter neu zu besetzen: Das des FKT-Präsidenten und das des Schatzmeisters. Horst Träger und Christoph Franzen, die diese Funktionen in den letzten zwölf Jahren mit Herzblut und Sachverstand ausübten, möchten die vielen Erfahrungen, die ihnen diese Ehrenämter ermöglichten, nicht missen. Doch nun ist die Zeit gekommen, die Stafette weiterzureichen. An engagierte jüngere Kollegen, die wie sie Krankenhaustechnik gestalten und voranbringen möchten.
Für Rückfragen zum Amt und die damit einhergehenden Aufgaben stehen Horst Träger und Christoph Franzen jederzeit zur Verfügung. Den ehrenamtlich tätigen FKT-Vorständen stehen bei ihren Tätigkeiten eine versierte Geschäftsstelle, professionelle Steuerberater und Buchhalter zur Seite. Damit liegen die Aufgaben oft primär in der Überwachung oder Delegation der Aufgaben und natürlich im Networking. FKT-Vize-Präsident Matthias Vahrson bleibt zudem als langjährige Konstante im FKT-Vorstand und wird seinen neuen Amtskollegen mit Rat und Tat zur Seite stehen.