Gebäude-Energie-Gesetz: Aus drei mach eins

Zum 1.11.2020 löst das Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) das Energieeinspargesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ab. Ziel ist es, die bisherigen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Erneuerbaren Energien für Wärme und Kälte sowie energetische Vorgaben für den Bau und die Sanierung von Gebäuden in einem Gesetz, statt bisher in mehreren Gesetzen und Verordnungen zu regeln. Das Gesetz soll ausdrücklich bestehende Anforderungen nicht verschärfen, so dass die Baukosten nicht zusätzlich ansteigen.

 

Wichtigste Änderungen im neuen GEG ist die Festlegung eines neuen Berechnungsverfahrens zur Ermittlung des Wärmebedarfsnachweises für Wohngebäude basierend auf dem Modellgebäude-Verfahren. Bei Nichtwohngebäuden ändert sich diesbezüglich kaum etwas, die DIN 18599 mit dem dort beschriebenen Verfahren für Modell-Gebäude war bisher schon Grundlage für den Wärmebedarfs-Nachweis.

 

Die Verpflichtung, erneuerbare Energien einzusetzen, kann nun auch durch die Stromerzeugung mit Photovoltaik-Anlagen erfüllt werden. Ebenso wird es möglich, Gebäude so zu planen, dass die CO2-Emissionen gering bleiben – in diesem Fall muss nicht mehr der Primärenergie-Faktor nachgewiesen werden, sondern die Unterschreitung eines vorgegebenen CO2-Emissionswertes.

 

Ersatzmaßnahmen, die von der Pflicht zum Einsatz erneuerbarer Energie entbinden, bleiben unverändert. Vom Einsatz Erneuerbarer Energien bleibt befreit:

 

-          wer KWK-Anlagen, die mehr als 50 % des Wärmebedarfs decken, betreibt,

-          wer an eine Fernwärmeversorgung mit einem Anteil von mehr als 50 % KWK-Wärme angebunden ist oder

-          wer das Gebäude mit einem Wärmedurchgangswert, der die gesetzlichen Vorgaben um mehr als 15 % unterschreitet, errichtet.

 

Die Anforderungen an bereits eingeführte verpflichtende Instrumente zur Überwachung der Energieeffizienz von Gebäuden wie „Energieausweis“ und „Energetische Inspektionen von Klimaanlagen“ werden präziser gefasst, wodurch der Aufwand hier vermutlich steigen wird.

 

Gerd Lüdeking, FKT-Forum Klinikenergie