FKT-Online-Seminar: Kollege Roboter – Technik trifft Logistik

Logistik im Krankenhaus muss schneller werden. Die angestrebten Produktivitätssteigerungen im medizinischen Betrieb verlangen einen reibungslosen Transport von Verbrauchsgütern und letztlich auch Patienten an den jeweiligen Ort des Geschehens. Automatisierung ist eine mögliche Antwort. Logistik und Technik verschmelzen in dieser Aufgabe.

Autonome Mobile Roboter (AMR) müssen, zugeschnitten auf die jeweiligen Herausforderungen am Einsatzort, beschafft, implementiert, betrieben, unter anderem von einer Leitstelle (vielleicht innerhalb der technischen Leitstelle?) gesteuert und gewartet werden. Für ihren Einsatz im Krankenhaus müssen Türen automatisiert und - wie auch die Aufzüge - in den Transportwegen ertüchtigt werden, um mit den Robotern zu kommunizieren. Voraussetzung für den Einsatz von AMR ist außerdem eine lückenlose WLAN- oder 5G-Ausleuchtung der Fahrstrecken. Diese müssen breit genug sein, um auch einen wechselseitigen Verkehr zu ermöglichen, oder als Einbahnstraßen ausgelegt werden. „Gerade in Bestandsbereichen von Kliniken verlangt der Einsatz von AMR eine intensive Prüfung der idealen Wegstrecken und vermutlich auch kleinere Baumaßnahmen“, sagt Ludwin Hafer.

Logistikkaufgaben aus den Kernzeiten lösen

Beim FKT-Online-Seminar „Kollege Roboter – Technik trifft Logistik“ erörterte der Leiter des FKT-Referates Logistik und Logistikplaner, die zahlreichen Aspekte, die es bei der Entscheidung für oder gegen den Einsatz von Transportrobotern zu berücksichtigen gilt, und wie eng hier Technik und Logistik zusammenrücken. Mit Blick auf die schon jetzt und in Zukunft zunehmend unsichere Personalverfügbarkeit hält Hafner den Einsatz von AMR auch bei längeren Amortisationszeiten – das heißt, auch wenn der Einsatz von Robotern in bestehenden Häusern größere Umbauten erfordert – für einen wichtigen Schritt hin zu einer effizienten und sicheren Versorgung des medizinischen Betriebs mit allem, was dafür notwendig ist. „Roboter arbeiten bindungslos auch in den Abend-, Nacht- oder frühen Morgenstunden. Dann sind die Flure sowie vor allem Aufzüge frei. Und: Auf den Stationen oder in den Funktionsbereichen können die angelieferten Güter zeitversetzt verstaut werden“, führte Hafer weiter aus. Grundlegende Frage sei dabei: „Wer will bzw. muss was, wann haben?“ Während manche Güter, wie zum Beispiel das Mittagessen, in einem engen Zeitfenster zur Verfügung stehen müssen, können viele anderen wie Berufskleidung, Wäsche, Lagerwaren oder Getränke – zu einem beliebigen Zeitpunkt geliefert werden.

Beginnen Sie einfach!

Um Transporte zu automatisieren, gilt es im ersten Schritt die Prozessketten vollständig abzubilden. „Es muss ja nicht gleich der gesamte Transport automatisiert werden. Beginnen Sie mit leichten Aufgaben, sprich mit Gebrauchsgütern, deren Fehlen den Krankenhausbetrieb nicht zum Erliegen bringt“, lautet ein wichtiger Rat des Logistikprofis. Wenn die Prozessketten abgebildet sind, kann man Wege und Transportsysteme festlegen. Am Start- und am Zielort – die Logistiker nennen das Quellen und Senken – müssen ausreichend Flächen, sprich Bahnhöfe, für die jeweiligen Wagen vorgesehen werden. Dort warten sie darauf be- oder entladen zu werden.

Logistik früh in die Planung mit einbeziehen!

Bei einem Neubau sollte der mögliche Einsatz von Transportrobotern in einem frühen Planungsstadium zwingend mitgedacht werden. Doch auch Bestandsgebäude lassen sich meist mit vertretbarem Aufwand für deren Einsatz ertüchtigen, wie Hafer anhand einiger Praxisbeispiele beeindruckend ausführte. Denn: Auch bei längeren Amortisationszeiten verspricht der Einsatz von AMR langfristig eine erhebliche Effizienzsteigerung. Die passenden Technologien stehen bereit. Jetzt gilt es, sie auch im Krankenhaus zu nutzen.

FKT-, ÖVKT- und IHS-Mitgliedern steht die Präsentation und eine Aufzeichnung des Webinars auf der Wissensdatenbank Technik im Gesundheitswesen zur Verfügung.

Maria Thalmayr