FKT-Online-Seminar: Bedarfsgerechte Planung digitaler Infrastrukturen

Eine konvergente digitale Infrastruktur, über die alle Dienste laufen – viele Krankenhäuser sind davon noch weit entfernt. Damit fehlt ihnen die Grundlage für eine schnelle und kluge Digitalisierung.

Eine einheitliche, hochverfügbare und sichere Infrastruktur, ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Automatisierung und Digitalisierung des Krankenhausbetriebs und damit entscheidend für das Heben unzähliger Effizienz- und Optimierungspotenziale - sowohl technische wie auch organisatorische.

Mobile Visite, Echtzeit-Ortungssysteme, Sprach- und Videokommunikation, Alarmierung und Monitoring, Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, GLT, Aufzüge, Diagnostiksysteme und viele andere Technologien übermitteln unzählige Daten und sollten diese im Idealfall auch austauschen können. In deutschen Kliniken sind jedoch für diese vielfachen Aufgabenstellungen oftmals Insellösungen und sukzessive gewachsene, unübersichtliche Strukturen anzutreffen. Das sei nicht nur ineffizient und wenig funktional, sondern auch unsicher, betonte Tom Gehring beim FKT-Online-Seminar: „Bedarfsgerechte Planung digitaler Infrastrukturen im Krankenhaus“.

Kommunikationstechnik ist kritische Infrastruktur

Der PLS-Senior Consultant für IT-Planung und Projektleitung verwies hier auf die DIN EN 50173 für Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen. Sie beschreibt in sechs Teilen eine diensteunabhängige, universell einsetzbare Verkabelung zur Unterstützung von informations- und kommunikationstechnischen Netzanwendungen. Nicht unerheblich für die Netzwerkinfrastruktur eines Krankenhaueses sei ferner der All-Gefahren-Ansatz im KRITIS-Dachgesetz. Denn: Kommunikation ist Voraussetzung für den Krankenhausbetrieb und unter Umständen lebensrettend.

Vom Kabelsalat zu funktionalen Strukturen – passive Readiness

Schwierig, aber dennoch machbar, sei die Umsetzung einer konvergenten digitalen Infrastruktur im Bestand. Bei der Planung neuer Gebäude oder ganzer Krankenhäuser sollten die zuständigen technischen Sparten frühzeitig mit eingebunden werden. Um zukunftsfähig zu bleiben oder zu werden müssen Krankenhausbetreiber da jetzt ran.

Grundlegend für eine erfolgreiche Netzwerkplanung sei die Definition klarer Standards: für die Verkabelung, Netzwerkverteiler, die Gestaltung von Arbeitsplätzen oder, speziell im Krankenhaus, die IT am Bett, Intensivbett, … und darauf aufbauend eine klare Strategie für die Umsetzung. Für Gehring gilt dabei die Grundregel: „Alles, was sich nicht bewegt, gehört ans Kabel.“ Gebäude werden immer funkdichter und besonders die neuen 5G-Funkbänder haben eine schlechte Gebäudedurchdringung, die es zu berücksichtigen gilt. Gleichzeitig bietet sich 5G als Ausfalllösung zum LAN und WLAN des Krankenhauses an. Herausfordernd für alle Funktechnologien seien vor allem Aufzüge, Treppenhäuser, Tiefgaragen und andere Räume, in denen viel Beton verbaut wird. Hier muss die Ausleuchtung stimmen. Denn: Kommuniziert wird heute ständig und überall. Gerade im Krankenhaus kann das nicht nur funktional, sondern überlebenswichtig sein.

Maria Thalmayr

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