Alle vier Jahre wieder: Energieaudit nach 16247

Vor drei Jahren sorgte das Energiedienstleitungs-Gesetz für einigen Stress. Innerhalb weniger Monate nach seinem Inkrafttreten mussten damals auch viele Krankenhäuser auf die Schnelle ein Energieaudit nach DIN EN 16247 durchführen. Demnächst ist es wieder soweit: 2019 werden die Wiederholungsaudits fällig. Spätestens jetzt gilt also: Nach dem Audit ist vor dem Audit. Für alle betroffenen Unternehmen, die es bis heute noch nicht geschafft haben, ihrer gesetzlichen Verpflichtung zum Ermitteln von Energieeinsparreserven nachzukommen, sei jetzt der Zeitpunkt, das Versäumte nachzuholen, mahnte Tobias Peselmann auf der jüngsten Fortbildungsveranstaltung der Regionalgruppe NRW-Süd.  Alle anderen müssen zum zweiten Mal ran. Sie können auf ihrem Erst-Audit aufbauen und eine höhere Einsparebene anstreben oder aber versuchen, mehrere Einheiten zusammenzuführen und damit den Aufwand zu verringern.

Betroffen sind alle Unternehmen die keine kleinen oder mittleren Unternehmen sind. Als kleines oder mittleres Unternehmen gelten alle Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und einem Umsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro. Unternehmen ist die kleinste rechtlich selbstständige Einheit, die aus handels- und/oder steuerrechtlichen Gründen Bücher führt und bilanziert. Maßgeblich für das Unternehmertum ist eine wirtschaftliche Tätigkeit.  Auch Unternehmen, die gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen, können wirtschaftlich tätig und damit zur Durchführung eines Energieaudits verpflichtet sein. Die Einführung eines Energiemanagements nach DIN EN 50001 sei eine auf den ersten Blick aufwendigere, langfristig aber durchaus lohnende Alternative zu den regelmäßigen Audits, empfiehlt Peselmann.

 

 

Risiko Terror - Die Vorbereitung steckt in den Kinderschuhen

Dass sie auch selbst Ziel eines möglichen Terroraktes werden könnten, haben Krankenhausbetreiber bisher nicht wirklich auf dem Schirm. Und wenn doch, ist die Vorbereitung auf die denkbaren Szenarien durchaus noch ausbaufähig.

Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Feuerwehr Essen betreute Masterthesis, die dich sich mit der Frage befasste: Wie gut sind Krankenhäuser auf Anschläge oder die Ankündigung von Anschlägen vorbereitet? Unter Berücksichtigung ausgewählter Szenarien sollten auf Grundlage dieser Fragestellung gefahrenabwehrende Maßnahmen erarbeitet werden. Michael Sikorski, Geschäftsführer der Essener BSCON Brandschutzconsult GmbH, erörterte auf einer Fortbildungsveranstaltung der Regionalgruppe NRW-Süd die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Masterthese allen voran die Tatsache: Es gibt noch viel zu tun.

Sikorski betonte: Die Verantwortlichen in den Krankenhäusern sollten sich mit Sicherheitsdiensten und vor allen Dingen auch der Polizei austauschen, um mögliche Sicherheitslücken aufzudecken und mit geeigneten Maßnahmen und Handlungsstrategien zu beantworten. Umstritten sei hier die so genannte Einschließmethode, die voraussetzt, dass das Personal zum Schutz der Patienten ein höheres Sicherheitsrisiko auf sich nimmt.

So genannte Amokknöpfe, Evakuierungstücher oder eine durchgängige Videoüberwachung seien sinnvolle technische Antworten auf die Bedrohungslage Terror. Sehr oft scheitern diese jedoch entweder an finanziellen Hürden oder den oft sehr strengen Datenschutzbestimmungen. Die jüngste Vergangenheit lehrt: Für Cyberangriffe sollten Krankenhäuser eine Papierrückfallebene schaffen. Darüber hinaus hilft nur: Mit offenen Augen durch die Krankenhäuer gehen und überlegen, wo man überall angreifbar ist.

Maria Thalmayr

 

Zum Abschied von Volker Schmidt : 31 Jahre Krankenhaustechnik

Der langjährige Leiter der FKT-Regionalgruppe Sachsen-Anhalt, Beisitzer im Bundesvorstand und Referatsleiter „Internationale Zusammenarbeit“, Volker Schmidt verließ zum 31. Mai 2018 die AMEOS Gruppe, wo er seit 2014 als Gesamtleiter Technik und Bau in der Verantwortung stand. Mit seiner Tätigkeit als Technischer Leiter legte Schmidt auch seine Ehrenämter in der FKT nieder.

Schmidt geht nicht ohne Wehmut, möchte das Feld jedoch den Jungen überlassen. Mit ihm verlässt ein Urgestein der Technikszene die FKT. Schmidt kann auf eine fast 30-jährige Verbandsgeschickte zurückblicken:

„Als ich 1987 als Quereinsteiger in das damalige Kreiskrankenhaus Bernburg kam, war ich zwangsläufig an Informationen und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten interessiert. Die Möglichkeiten waren aber, wie so vieles in der DDR, regional begrenzt. Nur die Verantwortlichen Technischen Direktoren an den Universitätskliniken hatten damals einen überregionalen Arbeitskreis. Erst mit der Grenzöffnung wurden die Technischen Leiter der übrigen Krankenhäuser aktiv und gründeten 1990 den Verband der Krankenhaustechniker, der 1991 in die Fachvereinigung Krankenhaustechnik überging.  Es gab zwei Regionalgruppen im neu gebildeten Bundesland Sachsen-Anhalt, die ich zusammenführte und jahrelang leitete. Viele Weiterbildungsveranstaltungen mit spannenden Themen wurden organisiert und so manche Freundschaft geknüpft. Es herrschte Aufbruchsstimmung in der Krankenhauslandschaft der Länder. Durch großzügige Förderungen führte fast jedes Krankenhaus umfassende Sanierungs- und Erweiterungsbaumaßnahmen durch. Die Auswirkungen der aus meiner Sicht „planlosen“ Förderung nach dem Gießkannenprinzip kann man heute unter anderen Rahmenbedingungen spüren.

Auch international aktiv

Seit 1998 gehöre ich als Beisitzer dem Bundesvorstand der FKT an. 2010 wurde ich Ansprechpartner für die internationale Zusammenarbeit mit den Gremien IFHE (International Federation of Hospital Engineering), IFHE Europe und der Kooperation der deutschsprachigen Mitgliedsländer im Forum Dach, in dem sich Deutschland, Österreich, Schweiz und Holland auf dem kleinen Dienstweg austauschen. Ich kann jetzt einschätzen, dass das Forum DACH bei der Umsetzung gemeinsamer Projekte effektiver ist als das etwas “schwerfällige Schiff“ der IFHE Europe. Im Forum DACH konnten wir das Berufsbild Technikmanager im Gesundheitswesen, dessen deutsche Fassung ich gemeinsam mit Jörg Schmidt erarbeitete, in ein europäisches Berufsbild einfließen lassen. Meines Erachtens ist das ein Meilenstein der europäischen Zusammenarbeit der Krankenhaustechniker. Ein weiterer Leuchtturm in der DACH-Arbeit ist die gemeinsam erarbeitete Wissensdatenbank, die allen Mitgliedern der zugehörigen Verbände aktuelle Information rund um das Thema Krankenhaustechnik zur Verfügung stellt. Das Forum DACH ist eine Erfolgsgeschichte und sollte auch weiterhin neben der Mitarbeit in der IFHE aktiv von der FKT unterstützt werden.

Schwierige Rahmenbedingungen

Die FKT sieht sich in den kommenden Jahren großen Herausforderungen gegenüber. Die Gesundheitspolitik zielt darauf, die Bettenkapazitäten abzubauen und die Qualität der medizinischen Versorgung zu erhöhen. Auch die neueste Entwicklung, nur noch Krankenhäuser an der Notfallversorgung und den damit verbundenen Leistungszuschlägen partizipieren zu lassen, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen (innere und chirurgische Klinik, Facharzt etc.) wird die Lage der kleineren Krankenhäuser, speziell im ländlichen Raum, nicht verbessern. Im Gegenteil: Diese Maßnahmen führen zum weiteren Bettenabbau und zur Reduzierung von Krankenhausstandorten beziehungsweise sorgen für weitere Zusammenschlüsse und Übernahme in bestehende Krankenhausträgerstrukturen (privat oder gemeinnützig). Alle diese Maßnahmen wirken sich nicht nur negativ auf die Patientenversorgung aus, sondern beeinflussen auch unsere Verbandsarbeit. Es gibt dadurch immer weniger leitende Technische Mitarbeiter, sprich potenzielle Mitglieder. Da bleibt nur, noch enger zusammenzurücken, untereinander und mit Partnerverbänden aus der Technik, um den fachlichen Austausch weiter zu intensivieren. Nachwuchs für die Verbandsarbeit zu gewinnen ist eine weitere wichtige Aufgabe.  Ich wünsche den Vorständen dabei Erfolg und eine glückliche Hand.“

Maria Thalmayr, Volker Schmidt

Bewegte Zeiten

Auch beruflich blickt Schmidt auf eine bewegte Zeit zurück: Durch den Verkauf der Salzlandkliniken 2012 an die AMEOS Gruppe bekam er die Möglichkeit an der Gründung und Umsetzung einer Tochtergesellschaft, der KH Bau und Technik, mitzuwirken. Mit diesem Unternehmen konnte er nach eigenen Angaben persönlich endlich das umsetzen und verwirklichen, was unter der kommunalen Trägerschaft der Salzlandkliniken durch die Kurzsichtigkeit und konkurrierenden persönlichen Interessen der Entscheider nicht möglich war. Zuletzt betreute die KH Bau und Technik die AMEOS Regionen Ost und West mit über 20 Standorten. Schmidt trug die Verantwortung für die Instandhaltung in der Gebäude-  und Medizintechnik und sicherte im Bauprojektmanagement sämtliche Bauvorhaben ab.

Starkes Team: Sonia Eberhardt und Wolfgang Siewert machen gemeinsame Sache in NRW-Süd

Sonia Eberhardt wurde auf der jüngsten Fortbildungsveranstaltung in NRW-Süd zur neuen Regionalgruppenleiterin gewählt.

Wolfgang Siewert, der die FKT-Dependance im südlichen Nordrhein-Westfalen in den zurückliegenden 25 Jahren ebenso aktiv wie engagiert vertrat, wird seiner zukünftigen Nachfolgerin vorerst aber noch mit gutem Rat und viel Tat zur Seite stehen. So kann Sonia Eberhardt sukzessive in das neue Amt hineinwachsen. Nachwuchs für die FKT zu rekrutieren und den Informations- und Wissensaustausch der Techniker untereinander sowie mit anderen Berufsgruppen weiter zu intensivieren, sieht sie als ihre zentralen Herausforderungen als FKT-Funktionärin. Als Leiterin der AEMP (Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte) – so die neue offizielle Bezeichnung der Zentralen Sterilgutversorgung – in der Essener Contilia-Gruppe schlägt Sonia Eberhardt außerdem eine Brücke zwischen, Technik, Medizintechnik und Hygiene. Sie ermöglicht fundierte Einblicke in Tätigkeitsbereiche, die der Krankenhaustechnik sehr nahestehen und kann so Diskussionen über neue Prozesse, Vorgehens- und Denkweisen an der zentralen Schnittstelle zwischen Technik und Hygiene anstoßen. Der FKT-Vorstand wünscht Frau Eberhardt viel Erfolg im neuen Amt und freut sich auf die Zusammenarbeit. Wolfgang Siewert gebühren großer Dank und Hochachtung für sein nachhaltiges Wirken in NRW-Süd und dafür, dass er seiner zukünftigen Nachfolgerin zusätzlich zu seinem zeitintensiven Amt als FKT-Vize-Präsident vorerst weiterhin bereitwillig zu Seite steht.

OP-Planung Ganzheitlich denken

40 Prozent der Wertschöpfung eines Krankenhauses geschieht im OP. Angesichts des rasanten technischen Fortschritts ist Flexibilität in diesem für das Gesundheitswesen wirtschaftlich so relevanten Bereich eine der wichtigste Planungsvorgaben.

Unnötige Kosten und Aufwand sparen sich die Bauherren neuer oder zu sanierender OPs außerdem, wenn sie von Anfang an das große Ganze im Auge haben. Ob in einem Hybrid-OP später deckenhängende oder am Boden stehende Diagnostikgeräte zum Einsatz kommen, sei eine von vielen wichtigen Information für die Planung der technischen Infrastruktur“, erklärte dazu Andreas Sternitzke. Auf einer von Wolfgang Siewert, FKT-Vizepräsident und Regionalgruppenleiter in NRW-Süd, organisierten Fortbildungsveranstaltung in Haan monierte der Vertriebsleiter Deutschland/Österreich bei der HT Health Tec GmbH: „In vielen Projekten werden die Entscheidung über die Beschaffung der Medizintechnik und anderer technischer Komponenten leider immer noch viel zu spät getroffen, als dass man die von den Ärzten gewünschten Geräte noch optimal in den OP einbinden könnte.“

Planungsrelevante Fragen rechtzeitig klären

Ob die Gasversorgung über Deckenversorgungseinheiten oder Medienbalken erfolgen soll, und auch die Festlegung der Raumklasse mit oder ohne definierte Schutzzone seien ähnlich wichtige Fragen, die im Sinne einer optimalen Planung frühzeitig geklärt werden sollten. Nur dann können die Elektro-, Heizungs-, Lüftungs-, IT- und Detailplanung bestmöglich auf das angedachte Raumkonzept und auch untereinander abgestimmt werden. Sternitzke ist überzeugt: „Der OP ist der Wirtschaftlichkeits-Motor des Krankenhauses. Hier werden bei Neu- und Umbau-Projekten die Weichen für den künftigen Erfolg eines Krankenhauses gestellt. Diese Weichenstellung beginnt bei der Planung.“

Flexibel bleiben

In der Fabrikhalle vormontierte Modulsysteme böten Technischen Leitern und Planern neben vielen weiteren Pluspunkten vor allem auch die in Zukunft so wichtige Flexibilität. Wände ohne viel Staub und Dreck schnell und problemlos gegebenenfalls übers Wochenende verschieben und so Raumaufteilungen mit relativ wenig Aufwand neu gestalten zu können sei ein klares Argument für den Einsatz von Fertigwand-, Fertigdecken- oder Fertig-OP-Systemen, meint Sternitzke. Zumal in einer Zeit, in der niemand weiß, mit welchen Techniken wir in fünf oder zehn Jahren arbeiten. Dass hier Normen wie die DIN 1856 für Kraftbetätigte Türen, oder die DIN 4109 zum Schallschutz sowie vor allen Dingen auch die komplexen Vorgaben zum Brandschutz, die DIN 1946 für die Lüftung und viele andere Regelwerke bereits berücksichtigt wurden und damit die Legal Compliance neben der Funktionalität als Gesamtpaket geliefert wird, erleichtere die Planung. Wände, Decken und Türen aus einer Hand zu bekommen minimiere die Schnittstellen und damit die Fehlerquelle bei kurzen Ausführungszeiten und einem gut kalkulierbaren Kostenrahmen.

Maria Thalmayr

„Der OP ist der Wirtschaftlichkeits-Motor des Krankenhauses. Hier werden bei Neu- und Umbau-Projekten die Weichen für den künftigen Erfolg eines Krankenhauses gestellt.“ Andreas Sternitzke